Die Lichtfeldkamera: Fotos im Nachhinein scharf stellen

Bei einem spontanen und authentischen Motiv bleiben dem Fotografen oftmals nur wenige Sekundenbruchteile, um den Auslöser zu drücken. Anschließend mangelt es bei den Ergebnissen an Schärfe und Qualität, sodass die Bilder an den entscheidenden Stellen verschwommen sind. Mit einer neuen Entwicklung aus Kalifornien soll dieses Dilemma von nun an der Vergangenheit angehören. Das Unternehmen Lytro entwickelte nämlich eine Kamera, bei der die Schärfe im Nachhinein ohne Qualitätsverluste reguliert werden kann.

Bei der neuen Entwicklung handelt es sich um eine sogenannte "Lichtfeldkamera". Diese enthält spezielle Sensoren, die bei einfallendem Licht detaillierte Informationen zur Farbe, Intensität und Wellenlänge codieren. Diese Informationen werden anschließend von einer komplexen Software genutzt, die Störfaktoren filtern und relevante Aspekte hervorheben kann. Des Weiteren ermöglicht diese Technologie aufgrund einer hohen Lichtempfindlichkeit qualitative Aufnahmen im Dunkeln, ebenso wie auch bei grellem Licht. Der Vorgang nimmt dabei von der Fokussierung bis zur Auswertung nur Bruchteile an Millisekunden in Anspruch, sodass nicht nur Bilder, sondern auch Filme in einer hohen Auflösung aufgenommen werden können. So ist es einem Forscherteam in Amerika gelungen, mit dieser Technologie einen 100-Megapixel-Sensor herzustellen. In Zukunft sollen die bereits entwickelten Versionen erweitert werden. So erhofft man sich, durch abgestimmte Perspektivänderungen in den nächsten Jahren auch 3-D-Bilder in hoher Qualität aufnehmen zu können. Das Unternehmen Lytro stellte in diesem Jahr bereits mehrere Prototypen vor und rechnet bereits im nächsten Jahr mit ausschlaggebenden Erfolgen.