Die Blende bei der digitalen Fotografie

Als Fotografie-Interessierter werden Sie früher oder später auf den Begriff der Blende stoßen - und sich vielleicht fragen, was es damit auf sich hat. Neben der Belichtungszeit, mit der sie unmittelbar zusammenhängt, kommt ihr zentrale Bedeutung in der Fotografie zu. Hat man den Dreh einmal raus, lässt sich die Blende gezielt für verschiedene Bildeffekte einsetzen. Mit Hilfe der Blende wird geregelt, wie viel Licht die Optik durchlässt, also auch, wie viel Licht schließlich auf den Sensor trifft. Dabei gilt: Je größer die Blendenzahl, desto kleiner die Blendenöffnung und desto weniger Licht wird hindurchgelassen.

Demzufolge leuchtet ein, dass Sie in eher dunklen Umgebungen besser mit weit geöffneter Blende (zum Beispiel Blendenzahl 2,8) arbeiten, um möglichst viel Licht auf den Sensor zu bekommen. In sehr hellen Aufnahmeumgebungen hingegen stellen Sie eine hohe Blendenzahl von mindestens 8 oder 11 ein, da auch durch eine kleine Blendenöffnung genügend Licht fällt. Neben der ISO-Empfindlichkeit haben Sie so ein weiteres Instrument, um die Kamera an die Lichtsituation anzupassen. Die Blende zu verstehen, schließt auch den Zusammenhang zur Belichtungszeit mit ein. Ein einfaches Experiment verdeutlicht dies: Verändern Sie im Modus A der Kamera in derselben Lichtsituation den Blendenwert von klein auf groß. Sie werden feststellen, dass die Belichtungszeit bei weit geöffneter Blende kürzer ist als bei kleiner Öffnung.

Dies ist wichtig zu wissen, da bei sehr langen Belichtungszeiten von 1/16 Sekunde und länger die Ergebnisse leicht verwackeln können. Einen wichtigen Effekt hat die Blende auf die Tiefenschärfe eines Bildes - und kann dafür auch gezielt eingesetzt werden. Wenn Sie beispielsweise bei Landschaftsaufnahmen alle Bildbereiche scharf abbilden möchten, öffnen Sie die Blende so wenig wie möglich und arbeiten zur Not mit Stativ, wenn die Belichtungszeit sehr lang ist. Umgekehrt lassen sich durch eine weit geöffnete Blende Motive gezielt in den Fokus rücken. Bildelemente, die weiter vorne oder hinten liegen, werden dann unscharf. Typischerweise kommt dieser Effekt bei Porträts zum Einsatz. Dem kreativen Spiel sind aber auch bei anderen Motiven keine Grenzen gesetzt.